Ich wurde von dem leichten Windhauch geweckt, der durch mein Zimmer strömte.
Es fiel mir schwer meine Augen zu öffnen, es fühlte sich an als hätte jemand Gewichte an meine Lieder gehängt. Mein Kopf schien zu platzten, und plötzlich erschienen verschwommene Bilder, von gestern.
Wir hatten meinen Sechszehnten Geburtstag gefeiert.
Simon und Ben hatten Alkohol mitgebracht, weswegen alles aus dem Ruder gelaufen war.
Die Möble in meinem Zimmer waren mit Edding bekritzelt, Vasen zerbrochen.
Und das schlimmste war, dass sich Nico mein inzwischen Ex Freund an diese blonde Schlange geschmissen hatte. In der Badewanne hatte ich sie erwischt.
IN DER BADEWANNE! Damit war der Abend für mich gelaufen.
Mein neues schwarzes Minikleid und die roten High heels hatte ich in die Ecke gepfeffert und mich in mein Bett gelegt. Sollten die anderen doch Feiern und sich betrinken, so viel sie wollten. Ich hatte Glück, denn heute war der erste Sommerferientag und somit konnte ich ausschlafen. Obwohl, von wegen ausschlafen. Es war halb neun morgens und an einschlafen war nicht mehr zu denken. Es war, als hätte mir jemand Säure in den Magen geschüttet, die sich langsam nach oben arbeitete… Ich brauchte dringend was zu essen!
Die Säure stieg weiter nach oben und ich lief ins Badezimmer. Grade rechzeitig, und das gab mir den Rest, fiel mein Blick auf die Badewanne, in der Nico und diese Ziege es getrieben hatten. Ich beugte mich übers Klo und übergab mich. Es war als würde ich die ganzen Sorgen der letzten Tage aus mir heraus würgen. Der ganze Ärger von gestern schoss aus mir. Nein, nicht nur der Ärger von gestern. Sondern der letzten Monate allgemein. Meine Eltern stritten sich immer öfter. Immer öfter musste ich mir das Kissen auf die Ohren pressen, um ihre Schimpfwörter von mir Wegzuhalten. Ich zog die Klospülung und ging immer noch hungrig in die Küche. Es sah aus wie ein Schlachtfeld. Überall lagen Bierdosen, Chipstüten und Zigarettenstummel. Zum Glück waren meine Eltern weg. Getrennt natürlich. „Sie brauchten dringend eine Auszeit von allem, und es sei doch sowieso ‚cool’ das ich sturmfrei hatte“ hieß es. Zum aufräumen war ich zu müde, also machte ich mir nur ein Brot mit Nutella und pflanzte mich vor den Fernseher. 2 Wochen hatte ich alles für mich alleine, normalerweise ein Traum. Nur grade sehnte ich mich nach Gesellschaft. Jemanden zum ausheulen!
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